25 March 2026, 10:26

Neuer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Steuerbetrugs angeklagt

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung von Menschen, die an einem unordentlichen Tisch in einem Gerichtssaal sitzen, wobei einige ernst und andere besorgt aussehen.

Neuer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Steuerbetrugs angeklagt

In Siegburg hat ein neuer Cum-Ex-Prozess begonnen, in dem drei ehemalige Banker wegen großangelegten Steuerbetrugs angeklagt sind. Den Angeklagten, darunter zwei Ex-Mitarbeiter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg, wird vorgeworfen, dem Staat Steuerausfälle in Höhe von rund 280 Millionen Euro verursacht zu haben. Verhandelt wird am neu errichteten Standort Siegburg des Landgerichts Bonn, einem 50 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex, der erst im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Cum-Ex-Geschäfte, bei denen Anleger rechtliche Schlupflöcher ausnutzten, um sich Steuererstattungen zu erschleichen, die nie gezahlt wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Beschuldigten – zwei Bankern und einem mutmaßlichen Komplizen – vor, Geschäfte initiiert zu haben, die den Staat um Millionen betrogen haben. Der Prozess ist auf mindestens 53 Verhandlungstage angesetzt und soll voraussichtlich bis Mitte Dezember dauern.

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Neben diesem Verfahren deuten Ermittlungen darauf hin, dass in Bonn in diesem Jahr nur noch zwei weitere Cum-Ex-Prozesse beginnen könnten. Weitere Hauptverhandlungen vor 2026 sind von den Behörden nicht bestätigt, obwohl im Laufe des Jahres 2024 noch bis zu sieben zusätzliche Anklagen erhoben werden könnten. Herausforderungen bleiben bestehen, darunter das Risiko der Verjährung in acht laufenden Ermittlungsverfahren sowie der Bedarf an weiterer Datenauswertung.

Mögliche Prozessstandorte beschränken sich nicht auf Bonn. Auch Hamburg – wo bereits frühere Verfahren gegen die Warburg Bank stattfanden –, Düsseldorf und Stuttgart wurden in Zusammenhang mit den Ermittlungen genannt. Bonn bleibt jedoch der zentrale Verhandlungsort für neue Prozesse, darunter auch solche gegen ehemalige Warburg-Manager.

Der Siegburger Prozess markiert einen weiteren Schritt in den langwierigen juristischen Folgen der Cum-Ex-Affäre. Mit monatelangen Verhandlungen und möglichen weiteren Anklagen unterstreicht der Fall die anhaltenden Bemühungen, verlorene Steuereinnahmen zurückzuholen. Das neu gebaute Gericht, das speziell für komplexe Wirtschaftsverfahren konzipiert wurde, spielt dabei eine Schlüsselrolle in diesen brisanten Verhandlungen.

Quelle