12 March 2026, 08:27

Neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Sicherheit oder Risiko?

Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Plakaten an den Wänden und einer Straße im Vordergrund.

Neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Sicherheit oder Risiko?

Düsseldorfer Behörden stellen Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor

Am Donnerstagabend werden Düsseldorfer Verantwortliche die Pläne für ein neues Drogenberatungszentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die Einrichtung, die sich am Zürcher Modell zur Bewältigung von Drogenabhängigkeit orientiert, soll die Sicherheit am Hauptbahnhof und in den umliegenden öffentlichen Räumen verbessern. Doch bereits jetzt formiert sich Widerstand: Eine lokale Bürgerinitiative hat über 2.200 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt.

Das geplante Zentrum wird nach einem modularen System arbeiten und seine Angebote ab diesem Sommer schrittweise ausbauen. Zu den Kernleistungen zählen Beratungsgespräche, medizinische Grundversorgung und psychiatrische Unterstützung. Die Stadtführung betont, dass die Einrichtung die Risiken für Konsumenten verringere und gleichzeitig die öffentliche Sicherheit in der Gegend erhöhe.

Kritik kommt vor allem von Anwohnern, Schulen und Kindertagesstätten, die den gewählten Standort ablehnen. Die "Bürgerinitiative Eisenstraße" argumentiert, dass der geplante Konsumraum gegen geltendes Recht verstoße, und fordert stattdessen eine verschärfte Polizeipräsenz. Bei der Veranstaltung am Donnerstag werden Sozialarbeiter und Streetwork-Teams direkt auf die Bedenken eingehen.

Trotz der Vorbehalte hat die schwarz-grüne Koalition in Düsseldorf für das laufende Jahr 3,3 Millionen Euro im Haushalt für das Projekt eingeplant. Die Stadt beharrt darauf, dass das an Zürich angelehnte Konzept messbare Vorteile bringen werde – konkrete Erfolgsdaten aus der Schweizer Stadt lagen jedoch in öffentlichen Unterlagen nicht vor.

Der schrittweise Start des Zentrums beginnt in diesem Sommer, wobei die Angebote nach und nach erweitert werden sollen. Die Behörden versichern, dass damit der Drogenkonsum auf der Straße zurückgedrängt und die Sicherheit erhöht werde, während Gegner weiterhin nach Alternativen suchen. Das Ergebnis der Donnerstagsveranstaltung könnte die weiteren Schritte des Projekts maßgeblich beeinflussen.

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