Nordrhein-Westfalen setzt auf Gaskraftwerke und Wasserstoff für die Energiewende
Ignaz KreuselNordrhein-Westfalen setzt auf Gaskraftwerke und Wasserstoff für die Energiewende
Nordrhein-Westfalen treibt den Bau neuer Kraftwerke voran, während Deutschland in diesem Jahr Ausschreibungen für 12 Gigawatt Leistungskapazität plant. Das Bundesland strebt an, fünf Gigawatt der geförderten Gesamtkapazität zu sichern – mehrere Projekte befinden sich bereits in der Entwicklung. Ein zentraler Standort ist das Kohlekraftwerk in Bergkamen-Heil, das trotz seiner Rolle als Reserveanlage derzeit mit voller Leistung läuft.
Der Energiekonzern Steag-Iqony hat bedeutende Fortschritte bei der Planung eines modernen Gaskraftwerks neben dem bestehenden Kohlekraftwerk in Bergkamen gemacht. Das Unternehmen führte Gespräche mit lokalen Behörden, leitete Umweltverträglichkeitsprüfungen ein und reservierte bereits essenzielle Komponenten. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Eignung des Standorts für die Energieerzeugung und fügte hinzu, dass das neue Kraftwerk später auf 'grünen' Wasserstoff umgestellt werden könnte.
Die Region profitiert vom sogenannten 'Süd-Bonus' bei der Standortvergabe, was bedeutet, dass keine neuen Anlagen in Nord- oder Ostdeutschland entstehen werden. Nordrhein-Westfalen, das als Teil des 'netztechnischen Südens' eingestuft wird, hat im Auswahlverfahren gute Chancen. Steag-Iqony wartet jedoch noch auf die genauen Vergabekriterien von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche, bevor es an den Bundesausschreibungen teilnimmt. Auch andere Energieunternehmen sind in der Region aktiv: RWE, Uniper und der kommunale Versorgerverbund Trianel diskutieren drei weitere Projekte zwischen Bergkamen und Hamm. Trotz des aktuellen Vollbetriebs des Kohlekraftwerks unterstützt dessen Leitung die Energiewende und den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle.
Die Bundesregierung wird in diesem Jahr 12 Gigawatt neue Kraftwerkskapazität ausschreiben, weitere Runden sind für 2027 sowie 2029/2030 geplant. Nordrhein-Westfalens Ziel von fünf Gigawatt könnte die Energieinfrastruktur der Region grundlegend verändern. Die geplanten Gaskraftwerke mit der Option auf Wasserstoffumstellung markieren einen Schritt hin zu flexiblerer und nachhaltigerer Stromerzeugung.