Pro-feministischer Kongress in Berlin eskaliert: Pressefreiheit gegen Ausschluss von Journalistinnen
Dragan ZimmerPro-feministischer Kongress in Berlin eskaliert: Pressefreiheit gegen Ausschluss von Journalistinnen
Ein pro-feministischer Kongress, der am Wochenende in Berlin stattfand, geriet zum Zentrum einer Debatte über Pressefreiheit. Die Veranstalter versuchten, die Berichterstattung über die Tagung zu unterbinden – trotz der deutschen Gesetze, die den journalistischen Zugang schützen. Die Zusammenkunft im Mehringhof in Kreuzberg beschäftigte sich mit Kritik an Männlichkeit und der Geschichte männlicher feministischen Aktivismen, doch es kam zu Spannungen, als eine Reporterin gezielt ausgeschlossen werden sollte.
Auf dem Kongress gab es Workshops zum Thema Männlichkeit, darunter eine Sitzung unter der Leitung von Prof. Dr. Mart Busche, einer nicht-binären Wissenschaftlerin. Eine Diskussion verfolgte die Ursprünge kritischer Männergruppen in den 1970er-Jahren in Deutschland nach, die sich als antipatriarchale Initiativen formierten – inspiriert von der zweiten Frauenbewegung und den Studentenprotesten von 1968. Diese frühen Gruppen, die in Städten wie Berlin entstanden, ermutigten Männer dazu, in Bewusstseinsbildungsrunden – angelehnt an die Frauenbefreiungskreise – über ihre Rolle im Sexismus zu reflektieren.
Ein weiterer Workshop thematisierte Konkurrenzdynamiken unter Männern in feministischen Räumen. Einige Teilnehmer gaben zu, sich verletzlich zu fühlen, wenn sie persönliche Kämpfe teilten. Doch die Veranstaltung nahm eine unerwartete Wendung, als die anonym gebliebenen Organisatoren eine E-Mail an die Chefredakteurin einer Nachrichtenwebsite schickten und forderten, dass keine Gespräche vom Kongress veröffentlicht werden dürften. Zudem beschwerten sie sich über die Anwesenheit der Reporterin – obwohl der journalistische Zugang rechtlich geschützt ist.
Nach dem Kongress trat ein Teilnehmer auf die Journalistin zu und bot ein Zitat an: "Dass die Organisatoren eines Männerkongresses eine feministische Journalistin vergraulen, zeigt, wie viel Arbeit noch vor uns liegt." Andere äußerten Unbehagen über das Vorgehen der Veranstalter, darunter ein Mann, der sagte: "Mir wurde nicht schnell genug klar, dass hier eine Frau in einem von Männern dominierten Raum angegriffen wird."
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen zwischen feministischer Rechenschaftspflicht und den ausschließenden Praktiken einiger Männergruppen – selbst solcher, die sich als pro-feministisch positionieren.
Der Kongress endete mit ungelösten Fragen zu Transparenz und Pressefreiheit. Zwar zielte die Veranstaltung darauf ab, toxische Männlichkeit zu kritisieren, doch der Versuch der Organisatoren, die Berichterstattung zu unterdrücken, stieß bei Teilnehmenden auf Kritik. Da der journalistische Schutz in Deutschland die Veröffentlichung des Artikels weiterhin ermöglicht, unterstreicht die Kontroverse die Herausforderungen, feministische Prinzipien mit internen Gruppendynamiken in Einklang zu bringen.






