Renault revolutioniert Lieferkette: Batterien als Vermögenswerte statt Wegwerfprodukte
Dragan ZimmerRenault revolutioniert Lieferkette: Batterien als Vermögenswerte statt Wegwerfprodukte
Renault Gruppe gestaltet Lieferkette um: Autobatterien als wertvolle Ressource statt Wegwerfteil
Die Renault Gruppe hat ihre Lieferkette neu konzipiert, um Batterien für Elektrofahrzeuge nicht länger als austauschbare Verschleißteile, sondern als hochwertige Vermögenswerte zu behandeln. Hintergrund der Umstellung ist das Ziel des Konzerns, Reparaturzeiten zu verkürzen und Fahrzeuge länger auf der Straße zu halten. Da Batterien mittlerweile bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Autos ausmachen, hat ihre effiziente Handhabung höchste Priorität.
Kernstück der neuen Strategie ist ein Tauschsystem für Batterien. Statt Kunden wochenlang ohne Fahrzeug zu lassen, plant Renault, defekte Einheiten sofort auszutauschen. Die ursprüngliche Batterie wird parallel repariert, wodurch sich die Ausfallzeiten deutlich verringern.
Doch der Umgang mit diesen hochwertigen Komponenten bringt Herausforderungen mit sich. Batterien gelten als Gefahrgut und unterliegen Vorschriften, die sich unvorhersehbar ändern – selbst innerhalb Deutschlands, wo die Regelungen je nach Bundesland variieren. Renaults Lieferkette umfasst zahlreiche Schnittstellen, darunter Händler, Reparaturzentren, Lager und Recyclingbetriebe. Jeder Partner nutzt unterschiedliche ERP-, WMS- und TMS-Systeme, was die Echtzeit-Datentransparenz erschwert.
Jean-François Beker, ein Supply-Chain-Verantwortlicher von Renault, erläuterte die Strategie in einem Interview mit Automotive Logistics auf dem "Red Sofa". Er beschrieb das Ziel als ein 360-Grad-Modell, bei dem jeder Beteiligte gleichzeitig Lieferant und Kunde ist. Allerdings waren Stand März 2026 noch keine öffentlichen Partnerschaften mit deutschen Werkstätten oder Recyclingunternehmen bekannt, die das System unterstützen würden.
Renaults Batteriestrategie zielt darauf ab, Reparaturen zu beschleunigen und Kosten zu senken, indem Batterien als langfristige Vermögenswerte behandelt werden. Der Erfolg des Plans hängt jedoch davon ab, regulatorische Hürden zu überwinden und den Datenaustausch innerhalb des Netzwerks zu verbessern. Ohne bestätigte Kooperationen in Schlüsselmärkten wie Deutschland bleibt die Umsetzung unsicher.






