Schließfach-Inhalte oft unversichert – Kunden riskieren hohe Verluste
Ignaz KreuselSparkasse Gelsenkirchen: Wie schlecht sind Bankschließfächer anderswo versichert - Schließfach-Inhalte oft unversichert – Kunden riskieren hohe Verluste
Schließfächer gelten als sichere Aufbewahrungsmöglichkeit für Wertgegenstände – doch viele Kunden übersehen einen entscheidenden Punkt: Eine Versicherung ist selten inklusive. Zwar sind Banken verpflichtet, die Fächer selbst zu schützen, doch der Inhalt bleibt oft unversichert oder ist nur bis zu einem geringen Höchstbetrag abgedeckt. Diese Schutzlücke hat bereits manche Kunden nach Diebstählen oder Raubüberfällen mit hohen Verlusten zurückgelassen.
Die Hamburger Sparkasse (Haspa), Deutschlands größter Anbieter von Schließfächern, bietet fast 200.000 Fächer an – mit einer Standardversicherung von bis zu 40.000 Euro. Doch das ist keineswegs Branchenstandard. In einer Filiale der Sparkasse Gelsenkirchen-Buer lag die Deckungssumme beispielsweise bei nur 10.300 Euro. Viele Kunden erfuhren erst nach einem Diebstahl von diesen Grenzen – und mussten feststellen, dass ein Großteil ihres Bargelds oder Schmucks nicht erstattet werden würde.
Die Deutsche Bank, das größte Finanzinstitut des Landes, schließt eine Versicherung für den Inhalt von Schließfächern sogar komplett aus. Stattdessen müssen Kunden explizit eine separate Police abschließen. Diese Praxis ist bei vielen Großbanken üblich, wo die Inhalte oft entweder gar nicht oder nur minimal versichert sind. Trotz der Risiken verzichten manche Kunden bewusst auf eine Versicherung, um zusätzliche Kosten zu sparen. Andere wollen den Inhalt lieber vor Behörden verbergen. Finanzexperten warnen jedoch: Selbst das sicherste Fach ersetzt keine Versicherung. Ohne sie tragen Kunden das volle finanzielle Risiko, falls ihre Wertsachen verloren gehen oder gestohlen werden.
Rechtlich sind Banken zwar verpflichtet, Schließfächer gegen unbefugten Zugriff zu sichern. Wird ein Raub durch mangelnde Sicherheit ermöglicht, kann die Bank für den vollen Wert des Inhalts haften. Diese Haftung entfällt jedoch, wenn der Diebstahl trotz angemessener Schutzmaßnahmen erfolgt – und unversicherte Kunden bleiben dann auf ihrem Schaden sitzen.
Fehlende automatische Versicherungsleistungen bedeuten, dass viele Schließfachnutzer finanziellen Verlusten schutzlos ausgeliefert sind. Zwar garantieren Banken die physische Sicherheit der Fächer, doch die Verantwortung für die Absicherung des Inhalts liegt meist beim Kunden. Wer keine separate Versicherung abschließt, könnte im Schadensfall mit leeren Händen dastehen.