17 April 2026, 10:33

Skandal im Märkischen Kreis: Schweinemastbetrieb nach Tierschutz-Verstößen enttarnt

Schwarzes und weißes Foto von Schweinen in einem Stall mit einer Wand und Gras im Hintergrund, mit Text unten.

Skandal im Märkischen Kreis: Schweinemastbetrieb nach Tierschutz-Verstößen enttarnt

Ein Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis, Nordrhein-Westfalen, steht nach der Veröffentlichung verdeckt gedrehter Aufnahmen, die schwere Verstöße gegen den Tierschutz zeigen, in der Kritik. Das von der Tierrechtsorganisation Aninova veröffentlichte Video dokumentiert verletzte Schweine, tote Ferkel und heruntergekommene Stallanlagen – und hat sowohl öffentliche Empörung als auch behördliche Konsequenzen ausgelöst.

Die erschütternden Aufnahmen entstanden am 10. Oktober und wurden später auf Instagram geteilt, wo sie inzwischen über eine halbe Million Mal aufgerufen wurden. Aninova wirft dem Landwirt, der zugleich Geschäftsführer des Rheinisch-Nassauischen Land- und Winzerverbandes ist, Heuchelei vor: Während er öffentlich landwirtschaftliche Interessen vertrete, herrsche auf seinem eigenen Betrieb ein solches Elend.

Eine separate Kontrolle des örtlichen Veterinäramts am 14. Oktober bestätigte die Vorwürfe und deckte weitere Mängel in den Bereichen Tierwohl und Hygiene auf. Die Behörden wiesen darauf hin, dass der Betrieb bereits bei früheren Überprüfungen durchgefallen war.

Als Reaktion führte das QS-Prüfsystem am selben Tag eine Sonderprüfung durch und entzog dem Betrieb umgehend die Zertifizierung mit der Begründung "inakzeptabler Zustände". Zudem wurde der für die vorherigen Kontrollen zuständige Prüfer suspendiert – dies wirft Fragen nach der Neutralität seines ursprünglichen Berichts auf.

Aninova hat inzwischen Strafanzeige gegen den Landwirt erstattet. Unterdessen distanzierte sich ein Sprecher des Rheinisch-Nassauischen Land- und Winzerverbandes von dem Fall und betonte, der Betrieb unterstehe nicht der Zuständigkeit der Organisation.

Der Schweinemastbetrieb arbeitet nun ohne QS-Zertifizierung weiter, während der betroffene Prüfer mit einem Berufsverbot in allen Nutztierbereichen rechnen muss. Die Ermittlungen der Behörden dauern an; geprüft werden sowohl die Compliance-Historie des Betriebs als auch die neu eingereichte Strafanzeige.

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