Solingen startet Langzeitstrategie gegen Obdachlosigkeit mit "Housing First"-Modell
Georgine MansSolingen startet Langzeitstrategie gegen Obdachlosigkeit mit "Housing First"-Modell
Solingen will Obdachlosigkeit mit neuer Langzeitstrategie bekämpfen
Die nordrhein-westfälische Stadt Solingen will ihr Vorgehen gegen Obdachlosigkeit grundlegend reformieren. Aktuell leben etwa 20 Menschen in der Stadt ohne Unterkunft – ein Zustand, der nach mehr strukturierter Unterstützung verlangt. Ein fraktionsübergreifender Antrag fordert nun eine bessere Koordinierung und den Ausbau von Hilfsangeboten, um das Problem wirksam anzugehen.
Die Stadtverwaltung wird das "Housing First"-Modell als zentrale Methode zur Unterstützung obdachloser Menschen einführen. Dieser Ansatz setzt darauf, Betroffenen zunächst eine stabile Wohnsituation zu bieten, bevor andere Herausforderungen angegangen werden. Parallel dazu sollen präventive Maßnahmen sowie leicht zugängliche Gesundheits- und Beratungsangebote Priorität erhalten.
Das landesgeförderte Programm "ProMie+ Solingen", ursprünglich als befristete Maßnahme angelegt, wird nun zu einem dauerhaften Angebot ausgebaut. Zudem prüft die Verwaltung, wie bestehende Hilfssysteme besser vernetzt werden können – darunter auch die Möglichkeit von Begleitservices, um die Zusammenarbeit der Beteiligten zu optimieren.
Um besonders schwer erreichbare Obdachlose zu unterstützen, sollen gezielte Vertrauensbildungsmaßnahmen entwickelt werden, die Menschen ansprechen, die bisher Hilfsangebote meiden. Der Fortschritt der Strategie wird durch regelmäßige Berichte dokumentiert, um Transparenz über die Wirkung der Maßnahmen zu gewährleisten.
Am 21. April 2026 wird der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gemeinschaftsteilhabe die Pläne beraten. Die Ergebnisse dieser Sitzung werden maßgeblich beeinflussen, wie die Stadt in den kommenden Jahren gegen Obdachlosigkeit vorgeht.
Ziel der neuen Strategie ist es, Obdachlosen schnell Wohnraum zu verschaffen und gleichzeitig langfristige Unterstützungsnetzwerke auszubauen. Durch die Umwandlung temporärer Programme in dauerhafte Lösungen und einen Fokus auf aufsuchende Hilfe will Solingen sowohl die Ursachen als auch die Folgen von Obdachlosigkeit angehen. Der Erfolg der Maßnahmen wird durch geplante Fortschrittsberichte engmaschig überwacht.






