31 January 2026, 13:03

Solingen will Lagerfeuer in der umstrittenen Manuel-Neuer-Unterführung verbieten

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Stadtlandschaft mit Gebäuden, Pfählen, Bäumen und Wasser sowie dem Text "New York State Penitentiary" unten.

Solingen will Lagerfeuer in der umstrittenen Manuel-Neuer-Unterführung verbieten

Neuer Vorstoß: Solingen will Lagerfeuer und Übernachtungen in problematischem Manuel Neuer-Komplex verbieten

Ein neuer Antrag zielt darauf ab, wildes Campieren und nächtliche Aufenthalte in der umstrittenen Manuel Neuer-Unterführung Solingens zu untersagen. Die Maßnahme, unterstützt von CDU und der Wählerinitiative SG Zukunft, soll die seit Langem bestehenden Probleme wie Verwahrlosung, Sicherheitsbedenken und hygienische Missstände angehen. Anwohner, Pendler und Studierende hatten wiederholt auf den zunehmenden Verfall des Bereichs hingewiesen.

Die Unterführung hat sich in den letzten Monaten den Ruf einer bedrohlichen "No-Go-Area" erworben. Defekte Beleuchtung, kaputte Aufzüge und anhaltender Schmutz verschärfen die Situation. Die Klagen der täglichen Nutzer haben die Behörden nun zum Handeln gedrängt.

Erstmals hatte die CDU im Dezember 2025 ein Verbot beantragt, das den Missbrauch der Manuel Neuer-Unterführung eindämmen sollte. Nun legt ein überarbeiteter gemeinsamer Antrag den Fokus auf sämtliche innerstädtische Unterführungen und Tunnel. Der Bezirksrat wird den Vorschlag in Kürze beraten; die endgültige Entscheidung liegt beim Solinger Stadtrat.

Betont wird, dass es nicht darum gehe, Menschen einfach zu vertreiben. Stattdessen will die Stadtverwaltung mit Obdachlosenhilfe-Einrichtungen zusammenarbeiten, um Betroffene an bestehende Hilfsangebote zu vermitteln. Dazu zählt etwa die Caritas-Einrichtung in Ohligs, die Übernachtungsmöglichkeiten, sanitäre Anlagen und Beratung bietet. Der Antrag regt zudem an zu prüfen, ob Obdachlose unter kontrollierten Bedingungen ihre Hunde in die Notunterkünfte mitbringen dürfen.

Der Plan versucht, öffentliche Sicherheit mit sozialer Verantwortung in Einklang zu bringen. Durch niedrigschwellige Angebote hofft die Stadt, den Druck auf öffentliche Räume zu verringern und gleichzeitig gefährdeten Personen Hilfe zukommen zu lassen.

Sollte das Verbot beschlossen werden, wäre dies ein Kurswechsel in der Bewirtschaftung der Solinger Unterführungen. Die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen soll Alternativen für diejenigen schaffen, die dort derzeit leben. Der Erfolg hängt nun von den anstehenden Ratsbeschlüssen und der Wirksamkeit der Vermittlungsbemühungen ab.