Solinger Kirche plant radikale Halbierung ihrer Gebäude bis 2037
Ignaz KreuselSolinger Kirche plant radikale Halbierung ihrer Gebäude bis 2037
Evangelische Kirche in Solingen plant umfangreiche Umstrukturierung ihrer Gebäude
Die Evangelische Kirche in Solingen steht vor tiefgreifenden Veränderungen ihres Immobilienbestands in den kommenden zehn Jahren. Bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 11. Februar 2026, wird dargelegt, welche Kirchen und Gemeinschaftsräume voraussichtlich über das Jahr 2035 hinaus genutzt werden. Die Veranstaltung dient zugleich der Einholung von Bürgerfeedback, während die Kirche ihr Ziel verfolgt, ihren Gebäudebestand bis 2037 um die Hälfte zu reduzieren.
Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr in der Bürgerhalle am Fronhof, die zur Stadtkirche Mitte gehört. Die Organisatoren empfehlen eine frühzeitige Anmeldung per E-Mail unter [email protected], spontane Besucher sind jedoch ebenfalls willkommen. Im Mittelpunkt steht ein Entwurfsvorschlag, den eine Arbeitsgruppe unter Leitung des ehemaligen Stadtdirektors Hartmut Hoferichter erarbeitet hat.
Hintergrund: Zehn Jahre im Wandel Bereits in der Vergangenheit hat Solingen Anpassungen an seinen kirchlichen Gebäuden vorgenommen. Von ehemals 13 aktiven Kirchen wurden zwei geschlossen oder umgenutzt: Die evangelische Christuskirche schloss 2018 aufgrund sinkender Besucherzahlen und hoher Unterhaltungskosten, während die katholische St.-Bonifatius-Kirche 2022 im Rahmen von Pfarrfusionen und Sparmaßnahmen umgewidmet wurde. Bei der anstehenden Veranstaltung wird eine vorläufige Liste präsentiert, welche evangelischen Gebäude künftig für kirchliche Zwecke erhalten bleiben sollen – basierend auf Gemeindebedürfnissen, Standortfaktoren und verfügbaren Ressourcen.
Praktische Aspekte im Fokus Die Arbeitsgruppe hat bei ihrem Entwurf nutzungsorientierte Kriterien vor finanzielle Erwägungen gestellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen, ihre Perspektiven einzubringen und die Entscheidungsfindung über die Zukunft der kirchlichen Immobilien in der Stadt mitzugestalten.
Die geplanten Veränderungen sind Teil einer jahrzehntelangen Anpassung der religiösen Infrastruktur in Solingen. Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, würde sich die Gesamtfläche der kirchlichen Gebäude bis 2037 um etwa 50 Prozent verringern. Das Feedback der Bürger bei der Veranstaltung wird eine zentrale Rolle dabei spielen, welche Gebäude langfristig in Nutzung bleiben.