03 February 2026, 23:47

Ver.di-Streiks legen Kitas und Pflegeheime in NRW lahm – Eltern und Angehörige betroffen

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Gebäude und hält Schilder und Plakate hoch, während zwei Personen im Vordergrund sitzen und ein Müllcontainer rechts zu sehen ist, bei einer Demonstration in Deutschland.

Erste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - Ver.di-Streiks legen Kitas und Pflegeheime in NRW lahm – Eltern und Angehörige betroffen

Warnstreiks legen Kitas und Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen lahm

In dieser Woche wird es in Nordrhein-Westfalen zu massiven Beeinträchtigungen in Kindertageseinrichtungen und Pflegeeinrichtungen kommen. Die Gewerkschaft ver.di hat zu Streiks am Mittwoch, dem 4. Februar, und Donnerstag, dem 5. Februar, aufgerufen – gezielt gegen Dienstleistungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in mehreren Regionen. Die Beschäftigten fordern höhere Löhne, bessere Ausbildungsbedingungen und zusätzliche Urlaubstage für Gewerkschaftsmitglieder.

Die ersten Ausstände beginnen am Mittwoch, dem 4. Februar, und betreffen AWO-Kindergärten und Pflegeeinrichtungen in Essen, im Rhein-Erft-Kreis, in Bonn, im Rhein-Sieg-Kreis sowie in Köln. Auch Pflegeheime in Köln wurden zum Mitmachen aufgerufen, wobei die Versorgung der Bewohner jedoch sichergestellt bleibt. Kundgebungen sind in Essen, Aachen und Köln geplant, an denen sich auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes im Rahmen des Tarifstreits beteiligen.

Am Donnerstag, dem 5. Februar, weiten sich die Streiks auf Ostwestfalen-Lippe aus, wo es zu weiteren Einschränkungen bei AWO-Dienstleistungen kommt. In Herford ist eine Demonstration vorgesehen. Einige Kitas könnten auf die Ausstände reagieren, indem sie Gruppen zusammenlegen, Notbetreuung anbieten oder vorübergehend schließen müssen – bedingt durch Personalmangel.

Ver.di pocht auf eine monatliche Bruttolohnerhöhung von 500 Euro für alle AWO-Mitarbeiter, 300 Euro mehr für Auszubildende sowie verbesserte Arbeitsbedingungen. Zudem fordert die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für ihre Mitglieder. Die Arbeitgeber lehnen diese Forderungen jedoch als "völlig überzogen" ab und werfen ver.di vor, eine "PR-Aktion" zu inszenieren. Die geforderten Lohnerhöhungen seien unrealistisch.

Von den Streiks betroffen sind Familien, die auf AWO-Kitas und Pflegedienste in mehreren Städten angewiesen sind. Zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft herrscht weiterhin Uneinigkeit über die Lohnforderungen – eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die Arbeitsniederlegungen werden voraussichtlich anhalten, sofern es keine Fortschritte in den Verhandlungen gibt.