27 April 2026, 16:34

Warum selbst Top-Führungskräfte an versteckten Verhaltensfehlern scheitern

Plakat von James G. Blaine, US-Präsident, im Anzug und Krawatte mit ernstem Gesichtsausdruck, betitelt "Der Fehler des Präsidenten", direkt in die Kamera schauend, mit zurückgekämmtem Haar.

Warum selbst Top-Führungskräfte an versteckten Verhaltensfehlern scheitern

Die vielversprechende Karriere einer Führungskraft scheiterte an versteckten Verhaltensproblemen – trotz exzellenter Qualifikationen und erstklassiger Referenzen. Der von dem Düsseldorfer Personalberater Norbert Graschi begleitete Fall zeigt, wie selbst kleine, aber entscheidende Schwächen in der Kommunikation selbst die talentiertesten Führungspersönlichkeiten untergraben können.

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Die betreffende Kandidatin bzw. der Kandidat verfügte über einen beeindruckenden Lebenslauf und glänzende Empfehlungsschreiben. Doch im täglichen Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gab es zunehmend Bedenken, die schließlich den Betriebsrat auf den Plan riefen. Besonders problematisch war der Umgang mit Kritik sowie die Art und Weise, wie das Führungspersonal mit den Beschäftigten sprach – ein Indiz für tiefgreifendere Defizite in der Führungskompetenz.

Solche Verhaltensmuster bleiben in standardisierten Bewertungsverfahren oft unbemerkt. Gleichzeitig zählen sie zu den gefährlichsten Karrierefallen für ehrgeizige Führungskräfte. Denn der Ruf eines Leaders hängt nicht allein von fachlicher Expertise ab, sondern maßgeblich davon, wie er mit anderen umgeht.

Bei der Überprüfung von Bewerberinnen und Bewerbern rücken daher zunehmend solche blinden Flecken in den Fokus. Arbeitgeber achten heute nicht nur auf Führungsqualitäten und Belastbarkeit, sondern auch darauf, wie schwierige Situationen gemeistert werden. Wer sich nicht selbstkritisch reflektiert, riskiert selbst mit herausragenden Fähigkeiten an emotionalen oder zwischenmenschlichen Schwächen zu scheitern.

Eine regelmäßige Überprüfung des eigenen Führungsstils ist daher unverzichtbar. Wer Respekt und Empathie vernachlässigt, wird auf Dauer scheitern – egal, wie stark die fachlichen oder strategischen Kompetenzen ausgeprägt sind.

Der Fall verdeutlicht eine zentrale Erkenntnis: Ein makelloser Lebenslauf schützt keine Führungskraft vor einem schlechten Ruf. Erfolg an der Spitze hängt davon ab, wie Führungspersonen im Alltag mit ihren Teams umgehen. Wer diese Probleme ignoriert, sieht sich selbst mit besten Qualifikationen möglicherweise einem Karriereknick gegenüber.

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