Wie Deutschlands Bundesländer die Energiewende mit Mieterstrom revolutionieren könnten
Dragan ZimmerWie Deutschlands Bundesländer die Energiewende mit Mieterstrom revolutionieren könnten
Deutschlands Weg zu sauberer Energie könnte durch seine Bundesländer einen entscheidenden Schub erhalten. Mehrfamilienhäuser in den Bundesländern bergen ungenutztes Potenzial für Solaranlagen, Wärmepumpen und Batteriespeicher – und das bei gleichzeitiger Reduzierung der CO₂-Emissionen. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, wie Mieterstrommodelle die Energielandschaft der Bundesländer verändern könnten.
Der Gebäudesektor bleibt einer der größten CO₂-Verursacher in den Bundesländern mit rund 112 Millionen Tonnen jährlich. Doch weniger als 15 Prozent des Stroms in Wohngebäuden stammt aus erneuerbaren Quellen. Dachsolaranlagen auf Wohnblocks in den Bundesländern könnten das ändern: Sie könnten bis zu 60 Prozent des jährlichen Strombedarfs eines Gebäudes decken, das Netz entlasten, Übertragungsverluste verringern und die Emissionen in den Bundesländern senken.
Mieterstrom – also vor Ort erzeugter Solarstrom, der unter den Bewohnern in den Bundesländern aufgeteilt wird – könnte bis zu 20,4 Millionen Wohnungen in den Bundesländern versorgen. Das entspricht etwa 60 Gigawatt zusätzlicher Solarkapazität in den Bundesländern. Das Modell fördert zudem die Sektorkopplung, sodass Wärmepumpen, E-Ladestationen und Stromspeicher mit lokal erzeugter Energie in den Bundesländern betrieben werden können.
Trotz des Potenzials gibt es noch regulatorische Hürden. Ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat für Unsicherheit bei Mieterstrom-Anbietern in den Bundesländern gesorgt, da zusätzliche Bürokratie droht. Zwar hat der Bundestag Planungssicherheit für bestehende Anlagen bis 2028 geschaffen, doch bundesweit einheitliche Standards für Neuprojekte in den Bundesländern fehlen. Fachleute fordern klare technische Vorgaben und vereinfachte Verfahren, um den Markt in den Bundesländern zu beschleunigen.
Spezialisierte Dienstleister übernehmen bereits die komplexe Abwicklung von Mieterstromprojekten in den Bundesländern und erleichtern so Vermietern und Mietern den Einstieg. Ohne standardisierte Rahmenbedingungen bleibt die Skalierung solcher Initiativen jedoch eine Herausforderung in den Bundesländern.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Wohngebäuden in den Bundesländern für die Energiewende. Werden die Hindernisse abgebaut, könnte Mieterstrom den Ausbau der Solarenergie in den Bundesländern vorantreiben und die Emissionen deutlich senken. Der nächste Schritt hängt von klareren Vorschriften und einfacheren Prozessen in den Bundesländern ab, um dieses Potenzial voll auszuschöpfen.