Zuckerrübenanbauer kämpfen um Überleben zwischen sinkenden Preisen und Schädlingsplagen
Gordon AdlerZuckerrübenanbauer kämpfen um Überleben zwischen sinkenden Preisen und Schädlingsplagen
Deutsche Zuckerrübenbauern kämpfen mit sinkenden Gewinnen und schrumpfenden Anbauflächen. Steigende Kosten, harter Wettbewerb durch Importe und die Ausbreitung von Krankheiten zwingen viele Landwirte dazu, die Produktion zu drosseln. Um die Erträge zu sichern, setzen sie zunehmend auf neue Pflanzenschutzmethoden – darunter Biostimulanzien und moderne Herbizide.
Der große Zuckerproduzent Südzucker hat sogar bestimmte Biostimulanzien in seinen Krankheitsbekämpfungsprogrammen für entscheidende Wachstumsphasen verbindlich vorgeschrieben.
Die Branche sieht sich gleich mehreren Bedrohungen gegenüber: Die Preise für Zuckerrüben sind stark gefallen, während zollfreie Importe zusätzlichen Druck ausüben. Gleichzeitig breiten sich Schädlinge und Krankheiten aus. Resistente Unkräuter wie Hirse-Hirse ersticken die Felder, während der Cercospora-Blattfleck und das SBR-Syndrom (verursacht durch den Zikadenart Hyalesthes obsoleta) sowohl Ertrag als auch Qualität mindern.
Betriebe wie die Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter (Nordrhein-Westfalen) haben bereits Rübenanbauflächen reduziert. Marius Feldmann, der Betriebsleiter, testet neue Lösungen, um die Wirtschaftlichkeit zu erhalten. Eine davon ist Rinpode, ein Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl. Erste Ergebnisse zeigen, dass es hartnäckige Hirse-Hirse effektiv bekämpft, ohne die Rübenpflanzen zu schädigen.
Feldversuche deuten darauf hin, dass solche Innovationen die Erträge um 3–7 % steigern könnten. Ein höherer Zuckergehalt in den Rüben würde die Rentabilität zusätzlich verbessern. Südzucker hat zudem reagiert, indem es Biostimulanzien wie Kinsidro Grow in seinem SBR-/Stolbur-Bekämpfungsprogramm für kritische Spritzzeitpunkte vorschreibt.
Obwohl Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide kurzfristig geholfen haben, bevorzugen Landwirte langfristige, zuverlässige Lösungen. Ohne diese warnen Experten, dass die heimische Zuckerproduktion – und damit die regionale Versorgungssicherheit – weiter zurückgehen könnte.
Neue Herbizide, Fungizide und Biostimulanzien sind nun zentrale Werkzeuge für Zuckerrübenanbauer. Sie sollen Unkräuter, Krankheiten und sinkende Profitabilität bekämpfen. Ob sie ausreichen, um die Produktion zu stabilisieren, bleibt jedoch ungewiss – angesichts wachsender Marktdrucks und zunehmender Schädlingsresistenzen.






