Adobe übernimmt Semrush: Kartellamt gibt 400-Millionen-Deal frei
Adobe hat die Genehmigung für die Übernahme von Semrush erhalten, einer führenden Plattform für Online-Sichtbarkeit und Suchmaschinenoptimierung. Der Deal, der auf über 400 Millionen Euro geschätzt wird, folgte einer Prüfung durch das Bundeskartellamt. Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass die Fusion den Wettbewerb auf dem Markt nicht einschränken werde.
Semrush spezialisiert sich auf Tools, die die Markensichtbarkeit in Suchmaschinen sowie in KI-Chats wie ChatGPT und Gemini verbessern. Die jüngste Expansion des Unternehmens in den Bereich der KI-gestützten Optimierung passt zu Adobes übergeordneter Strategie im digitalen Marketing. Die Regulierungsbehörden untersuchten genau, ob die Übernahme zu einer unfairen Dominanz in den Bereichen Answer Engine Optimization (AEO) oder Content-Management-Systeme führen könnte.
Die Prüfung ergab, dass die Konkurrenz stark bleiben und Unternehmen weiterhin ausreichend Alternativen zur Verfügung stehen würden. Adobes Content-Management-Plattform Adobe Experience Manager betreibt Stand November 2025 etwa 5.955 Websites. Zwar liegt sie damit hinter WordPress zurück, übertrifft aber Mitbewerber wie Contentful, das rund 5.215 Seiten verwaltet. Im Dokumentenmanagement konkurriert Adobe mit Microsoft und Oracle in einem Sektor, der voraussichtlich von 9,74 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 29,78 Milliarden US-Dollar bis 2034 wachsen wird.
Es gab keine Hinweise darauf, dass die Bündelung von Adobe- und Semrush-Produkten Wettbewerber vom Markt verdrängen würde. Das Bundeskartellamt stellte zudem fest, dass Adobe vor der Übernahme im Bereich AEO nur begrenzt präsent war und nicht direkt mit großen Cloud-Anbietern wie Google, Microsoft oder IBM vergleichbar sei.
Die Übernahme wird Adobes Position in den Bereichen Answer Engine Optimization und digitale Marketingtools stärken. Mit der erteilten regulatorischen Genehmigung kann das Unternehmen nun die Integration von Semrush vorantreiben. Der Abschluss des Deals wird ohne weitere Einschränkungen bei der Produktbündelung oder dem Marktzugang erwartet.






