21 March 2026, 18:32

Baden-Baden feiert Nijinsky und Pawlowa mit Tanzfestival und Ausstellung

Plakat für eine 1909er Pariser Ballettvorstellung namens "Saison Russe", das eine gemalte Tänzerin in einer anmutigen Pose mit der Aufschrift "Opera et Ballet" darüber zeigt.

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Vor mehr als einem Jahrhundert besuchten Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa 1913 die deutsche Kurstadt Baden-Baden und hinterließen ein kurzes, aber unvergessliches Erbe. Nun wird der Choreograf John Neumeier ihre Geschichten im Rahmen eines großen Tanzfestivals im Oktober wieder aufleben lassen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht Neumeiers gefeiertes Ballett Nijinsky, begleitet von seltenen Exponaten aus seiner privaten Sammlung, die im Stadtmuseum Baden-Baden gezeigt werden.

Im August 1913 trafen Nijinsky und Sergei Djagilew, der Impresario der Ballets Russes, im Brenners Parkhotel ein. Das Duo plante die Entwicklung eines radikal neuen Balletts, inspiriert von Bachs Musik, das barocke Pracht mit moderner Experimentierfreude verbinden sollte. Ihr Ziel war ein Gesamtkunstwerk – ein umfassendes Kunstwerk –, das Grenzen in Tanz, Musik und Bühnenbild sprengen würde. Doch trotz ihrer ehrgeizigen Pläne trat Nijinsky in Baden-Baden nie auf. Stattdessen nutzte er den Aufenthalt zur Erholung nach einer anstrengenden Saison und genoss die Ruhe der Stadt.

Auch Pawlowa, Nijinskys berühmteste Tanzpartnerin, besuchte Baden-Baden in jenem Sommer. Zunächst sorgte sie für Aufsehen, als sie eine geplante Vorstellung kurzfristig absagte und öffentlich ihren Partner für die Entscheidung verantwortlich machte. Der Skandal war jedoch schnell vergessen: Am 26. August betrat sie im Kurhaus Baden-Baden die Bühne und begeisterte das Publikum mit ihrem ikonischen Solo Der sterbende Schwan. Keine weiteren großen Persönlichkeiten der Ballets Russes sind für jenes Jahr in der Stadt verzeichnet.

Über ein Jahrhundert später wird John Neumeier – ein langjähriger Bewunderer Nijinskys – diese Geschichte wiederaufgreifen. Vom 2. bis 12. Oktober präsentiert sein Festival Die Welt des John Neumeier das Ballett Nijinsky, das sich mit dem turbulenten Leben des Tänzers auseinandersetzt, sowie Werke wie Epilog, Illusionen – wie Schwanensee und Der Nussknacker. Neumeier, der Nijinsky als den "größten Visionär der Ballettkunst" bezeichnet, hat jahrzehntelang eine umfangreiche Sammlung von Erinnerungsstücken zusammengetragen. Eine Auswahl dieser Exponate, darunter auch Stücke mit Bezug zu Pawlowa, wird ab dem 3. Oktober im Stadtmuseum Baden-Baden zu sehen sein.

Das Festival verbindet Baden-Badens ballettgeschichtliche Vergangenheit mit der Gegenwart. Neumeiers Aufführungen und die Ausstellung werden Nijinskys bahnbrechenden Einfluss und Pawlowas zeitlose Kunst würdigen. Für Besucher bietet die Veranstaltung die seltene Gelegenheit, Geschichte und modernen Tanz an demselben Ort zu erleben, an dem einst Pawlowa auftrat.

Quelle