Warum traditionelle Grabkerzen in Deutschland immer seltener werden
Gordon AdlerWeniger Grablichter, mehr LED - Welche Kerzen sind gefragt - Warum traditionelle Grabkerzen in Deutschland immer seltener werden
Der Kerzenmarkt in Deutschland im Wandel: Nachfrage nach traditionellen Grablichtern sinkt
Der deutsche Kerzenmarkt verändert sich, da die Nachfrage nach klassischen Grablichtern zurückgeht. Händler wie dm und Bauhaus verzeichnen seit einigen Monaten einen leichten Umsatzrückgang. Gleichzeitig prägen neue Farbtrends und technische Innovationen die Kaufentscheidungen der Verbraucher.
Die Produktion von Kerzen in Nordrhein-Westfalen hat ihren tiefsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Der Rückgang setzte sich auch im ersten Halbjahr 2025 fort, wobei die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr weiter sanken. Ein entscheidender Grund ist der Wandel in der Bestattungskultur: Immer mehr Menschen entscheiden sich für Feuerbestattungen statt für Erdbestattungen.
Gleichzeitig füllen Importe die Lücke. Bauhaus beobachtet einen wachsenden Anteil an Kerzen aus Osteuropa und Ländern außerhalb der EU. Zwar dominiert kein einzelner Importeur den Markt, doch der Verband der Fertigwarenimporteure (VFI) vertritt Unternehmen, die unter anderem Kerzen – auch aus China – nach Deutschland bringen.
Während traditionelle Grabkerzen an Bedeutung verlieren, gewinnen Alternativen an Boden. LED-Kerzen werden besonders in den dunklen Monaten immer beliebter, da sie deutlich länger halten als Wachskerzen. Allerdings bremsen die Kosten für Batterien noch eine flächendeckende Verbreitung.
Auch bei den Farben zeichnen sich Veränderungen ab. Rot bleibt mit über 60 Prozent der Verkäufe bei Bauhaus der unangefochtene Spitzenreiter. Doch neuere Nuancen wie Beige, Grau, Pastelltöne, Salbeigrün und Antikrosa finden zunehmend Beachtung.
Die Kerzenbranche steht vor einer Mischung aus Herausforderungen und Chancen. Während der Absatz klassischer Grablichter schrumpft, eröffnen LED-Technologie und frische Farbtrends neue Möglichkeiten. Aktuell gleicht der Importrückgang die sinkende inländische Produktion aus – doch der Markt bleibt in Bewegung.